Ich habe mal drüber nachgedacht und gezählt. Mit dem Gedächtnis ist das ja so eine Sache

- ich kann also für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben keine Gewähr übernehmen, aber ich habe mich bemüht

und wenn mir noch etwas einfällt, wird es selbstverständlich nachgetragen.
In ca. 2 Jahren gab es insgesamt 10 Beißereien, bei denen die beiden getrennt werden mußten und bei denen es mindestens kleine Ratscher (Rötungen) auf der Haut gab.
Verletzungen:
bei Mieke hätte die Verletzung am Augenlid im wahrsten Sinne des Wortes übel ins Auge gehen können und es war großes Glück, daß der Riß ohne OP wieder so gut zusammengewachsen ist, daß es (bis heute) keine Probleme damit gibt.
2 mal ein Loch im Bein, davon einmal knapp über dem Gelenk, das sich dank AB zum Glück nicht entzündet hat.
Ansonsten Löcher in den Lefzen bei beiden (insgesamt 3 oder 4, davon 2 tiefe), Ratscher und Rötungen im Schnauzen- und Wangenbereich.
ein linker Mittelfinger (Fingernagel) bei mir, als ich versuchte, die beiden zu trennen. Fühlt sich immer noch anders an als der Fingernagel am rechten Mittelfinger bzw. die anderen 8 Fingernägel, sieht aber wieder normal aus.
Wie oft wir deshalb beim Tierarzt waren, kann ich nicht sagen (bin zu faul, die Rechnungen durchzusehen), aber es ist klar, daß etliche Hundert Euro fällig wurden. Anschließend war nämlich meist ein Tierarztbesuch nötig - und sei es nur zur Kontrolle.
Uhrzeit:
19-20 Uhr: 2 x
1 x nach der Hundeschule, auf dem Hundeplatz, wahrscheinlich waren sie ziemlich müde und kaputt
1 x beim Spaziergang, wahrscheinlich gestreßt, weil sie spielen wollten und nicht konnten (kein Freilauf möglich)
20 - 22 Uhr: 2 x,
1 x EG-Wohnung, kurz nachdem meine Schwester nach Hause gekommen war
1 x EG-Wohnung, kurz nachdem Jürgen gekommen war
22 - 0 Uhr: 4 x beim Spaziergang, jeweils an der Leine
2 -3 Uhr: 1 x als sie nachts zum Pinkeln raus mußten und dabei eine Katze aufstöberten. Draußen bellten sie wie bekloppt, (sorry, liebe Nachbarn), zur Beißerei kam´s, als sie wieder im Haus waren
An die Uhrzeit der 10. Beißerei kann ich mich nicht mehr erinnern.

Es war dunkel, ich schätze mal irgendwas zwischen 19 und 21 Uhr.
Ich weiß nur noch, daß ich mit beiden alleine zu Hause war und sie also weder Halsband noch Geschirr trugen. Ich durfte sie also am Nackenfell auseinanderziehen, was dank Kratzbaum auch gelang. (Ich hob Ellis auf den kleinen Kratzbaum.) Ich hatte dann Miekes Nacken in der linken Hand, Ellis´s Nacken in der rechten und überlegte, wie ich die beiden Furien so voneinander fernhalten konnte, daß sie sich nicht sofort wieder aufeinander stürzten und auch ich nichts abbekommen würde.
Wie gut, daß die Wohnung eine Badewanne hat. Ich setzte Ellis in selbige. Sie kam nicht so schnell raus, daß sie wieder auf Mieke losgehen konnte.Ich konnte Mieke also ins Wohnzimmer zurücktragen - Tür zu. Anschließend kam Ellis in die Küche - Tür zu und die beiden konnten sich wieder beruhigen.
Wenn ich das so richtig sehe, war ich 4 mal mit ihnen alleine und hatte das große Vergnügen, sie alleine trennen zu dürfen.
Ursachen:
ich schätze mal, wenn ich hier Ursachenforschung betreiben wollte, würde ein Roman dabei rauskommen. Ich sollte das also besser bleiben lassen ....
Ablauf:
Sie beißen zu und lassen nicht mehr los, versuchen zu schütteln.
2 mal stürzte sich Mieke auf Ellis, weil sie wohl inzwischen der Meinung ist, Angriff wäre die beste Verteidigung.
Sie sind klar und eindeutig nicht mehr Herr ihrer Sinne (bzw. Hund ihrer Sinne), vollkommen abgedreht.
Da alle Fachleute bislang sagten, daß man bei Hündinnen dazwischengehen
muß, weil sie nicht von alleine aufhören (sieht auch nicht so aus, als
könnten sie wieder aufhören), trennen wir sie. Wenn das nicht so gelingt, daß man beide fest genug hält, gehen sie sofort wieder aufeinander los. (1 x passiert)
Maßnahmen zur Vermeidung:
Wir lassen sie abends nur noch einzeln in den Garten, damit es keine Probleme gibt, wenn sie mal wieder eine Katze aufstöbern. (Es gibt davon ja etliche, die u.a. in unserem Garten unterwegs sind.

)
Wir lassen keine Kausachen rumliegen.
Meine Schwester hat eine Blechdose mit Knöpfen zum Rappeln griffbereit neben der Couch stehen.
Bei mir im Erdgeschoß steht auch irgendwo ein Rappeldose.
Die letzten Beißereien sind bei den Abendspaziergängen passiert, die anderen sind schon länger her. Ich gehe deshalb "eigentlich"

abends immer getrennt spazieren bzw. Ellis (selten Mieke) muß auf den Abendspaziergang verzichten.
Vielleicht ja doch ein klitzekleines bißchen Ursachenforschung?
Durch unzählige Krankheiten der Menschen gibt´s oft nicht ausreichend Bewegung. Das läßt sich hoffentlich in Zukunft wieder ändern, denn zur Zeit bin ich (einigermaßen) fit.

Wenn´s wieder kühler wird, steht auch Radtouren nichts mehr im Wege und dann sollte es möglich sein, die beiden körperlich besser auszulasten. Geistige Auslastung ist durch Suchspiele und Klickertraining eigentlich gegeben - jedenfalls meistens.
Das Irre ist ja, daß sie sich im allgemeinen gut verstehen. Wenn sie nicht aufeinander losgehen, kommen sie prima miteinander aus.
Wichtig wäre: Erhöhung der Frustrationsgrenze bei Ellis, mehr Vertrauen in mich bei Mieke, damit sie nicht selbst aus Angstaggression handeln muß (aber wie sollte das gelingen, wenn ich sie doch bislang nicht vor Ellis schützen konnte?)
Der Beitrag ist lang genug ... ich hör´ mal besser auf
