Gestern nacht brachte Spencer eine Maus mit ins Wohnzimmer und ehe ich mich versah, lief sie weg, hinter den Wohnzimmerschrank.
Keine Chance, sie irgendwie vorzukriegen, ganz im Gegenteil. Beim Versuch, sie vorzuscheuchen, verschwand sie völlig: sie war weder seitlich noch hinten mit der Taschenlampe zu sehen, d.h. es war klar, daß sie unterm Schrank sein mußte. Offensichtlich ist nur vorne eine Blende und hinten ist der Schrank einige Zentimeter weit offen.
Also wurden erst mal die Türen ins Arbeitszimmer und in den Flur geschlossen, damit die Maus nicht aus dem Wohnzimmer weg konnte.
Heute durfte sich dann Ellis auf die Suche machen. Der Schrank besteht aus 3 aneinandergeschraubten Einzelteilen, Ellis schnupperte links. Ich ließ sie das ganze Zimmer absuchen, aber sie interessierte sich nur für den linken Schrank, linke untere Ecke. Prima. Die Maus war also noch hinterm Schrank, wie schön.
Glück im Unglück: zur Zeit ist jr zu Besuch, er ist nicht nur groß und stark, sondern auch weitaus geschickter als ich.
Zunächst packten wir Pappe hinter den Schrank, um zu verhindern, daß die Maus vom einen Teilschrank in den nächsten flüchten konnte.
Dann wurde der linke Schrank ausgeräumt, das ganze Geschirr - ätzend - die Schubladen entfernt, der Schrank abgeschraubt, vorgeschoben -
keine Maus!!!!!!
Also mußte noch mal Ellis ran. Diesmal schnupperte sie am rechten Schrank.
Das gleiche Spiel, abschrauben, ausräumen war nicht nötig, weil der Schrank niedrig ist (da steht der Fernseher drauf, der mußte natürlich runter), vorschieben -
keine Maus!!!!!!.
Also wurde der mittlere Schrank vorgeschoben. Als er 10 cm von der Wand weg war, lief ein Mäuschen davon. Schnell versuchte ich, sie mit dem Küchensieb einzufangen, aber ich war zu ungeschickt.
jr schnappte das Sieb und - schwupps - saß die Maus in der Falle. Puh!!!
Sie fand das irgendwie nicht so gut und verbiß sich ins Sieb, ihr Näschen saß zwischen den Maschen fest und blutete.

Hurtig eine Pappe unters Sieb geschoben und mit der Maus in den Garten. Die Maus saß fest, das blutige Näschen kam nicht wieder frei. Vorsichtig versuchte ich zu schieben, aber das klappte irgendwie nicht und ich wollte sie ja nicht noch mehr verletzen, diese klitzekleine süße Nasenspitze.

Durch vorsichtiges Schütteln gelang es dann jr, sie zu befreien und sie verkroch sich sofort im Efeu unterm Kirschenbaum.
Natürlich bin ich wahnsinnig froh, daß das Wohnzimmer jetzt wieder mäusefrei ist. Und jr ist es sogar gelungen, die Schränke wieder zusammenzuschrauben.
Jetzt muß ich sie nur noch wieder einräumen, aber das geht schnell.
Oh, dieser Kater!!!
Aber nach dem Motto "Schlimmer gehts immer!" muß ich ja noch froh und dankbar sein, daß er die Maus nicht im Arbeitszimmer oder im Kleinen Zimmer verloren hat. Jene Schränke dort sind nämlich nicht nur breiter und höher, sondern auch noch zusätzlich an der Wand festgeschraubt.
PS. Ich hoffe, daß das Mäusenäschen schnell wieder heilt und sich nichts entzündet. Dann hätte das Ganze doch noch ein Happy End.
